Nussbaum Stiftung überreicht 2.500 Euro an das Hospiz der Gezeiten

Unterstützung für den Einsatz von Todkranken

Bei der Scheckübergabe waren Schirmherr Peter Dolderer, Bruno Gärtner, Annemarie Jung und Hospizleiter Michael Jung anwesend

Im April 2013 eröffnete der gemeinnützige Verein „Hospiz der Gezeiten“ am Standort Plattenwald eine Unterbringung für sterbenskranke Menschen. Damals erkannte Annemarie Jung, die im Palliativschwerpunkt im Plattenwald tätig ist, den benötigten Bedarf. Seitdem werden auf einer angemieteten Etage im benachbarten Personalwohnheim in kleinen Appartements Menschen auf ihrem letzten Weg würdevoll begleitet.


Individualität
Hospizleiter Michael Jung liegt die verbleibende Lebensqualität seiner Patienten sehr am Herzen. Ganz intensiv sollen die Menschen ihre Tage dort erleben: „Wir wollen hier alles tun, damit die Menschen, die zu uns kommen noch bewusst leben und wahrnehmen können“, so Jung. Den eigenen Tagesrhythmus legt jeder Patient individuell nach seinen persönlichen Wünschen fest. Auch können Gegenstände wie Bilder und Möbelstücke von zu Hause mitgebracht werden um ein vertrautes Ambiente zu schaffen. Partner dürfen auf einem Zustellbett bei ihren Angehörigen im Zimmer nächtigen und so diese in dieser wichtigen Zeit begleiten.

Optimale Betreuung
Für die dort arbeitenden Pflegekräfte ist eine enorme Portion Empathie nötig, damit sie sich mit dem nötigen Feingefühl auf die Patienten und deren Angehörige einstellen können. Die meisten der dort Beschäftigten, sind schon lange in der Kranken- oder Altenpflege tätig und verfügen über langjährige Berufserfahrung. Palliativ-Zusatzausbildung, Super-Visionen und Fallbesprechungen sind weitere wichtige Bausteine für das benötigte Wissen des Pflegepersonals. Denn nur so können die Mitarbeiter im Hospiz den Menschen in ihren letzten Lebensphasen optimale psychische, physische und pflegerische  Betreuung zuteil kommen lassen. Das Hospiz erhält durch mittlerweile 5 Ehrenamtliche wertvolle Hilfe z. B bei Besuchsdiensten. Durch die gute Zusammenarbeit und Vernetzung mit dem Palliativschwerpunkt im Krankenhaus Plattenwald und den dort ansässigen Ärzten wie Dr. Thomas Mandel profitiert das Erwachsenenhospiz in großem Maße.


Im Stadt- und Landkreis Heilbronn gibt es neben dem Franken-Hospiz in Weinsberg keine weiteren stationären Einrichtungen dieser Art. Deswegen stockte der Verein von anfänglich 6 auf 8 Betten auf. „Wir haben für unsere Betten eine Warteliste und belegen sie nach Dringlichkeit“, so die erste Vorsitzende Annemarie Jung. „14 Betten gibt es im Landkreis – aber 22 werden benötigt“, erklärt ihr Mann weiter und hofft auch deswegen auf eine mögliche Erweiterung am Hospiz der Gezeiten auf 12 Betten. Auch für Bürgermeister Peter Dolderer, der als Schirmherr des Vereins fungiert, ist die Betreuung von Sterbenskranken in einer stationären Einrichtung eine wichtige Angelegenheit. Denn durch die sich wandelnde Familienstruktur ist das Hospiz für viele die einzige Möglichkeit um einen würdevollen Abschied zu gewährleisten.


Nussbaum Stiftung
Bruno Gärtner vertrat bei der Scheckübergabe die Nussbaum Stiftung und stellte fest: „Hier kommt das Geld einer wirklich wichtigen Sache zugute.“  90 % der Hospizkosten trägt die Pflege- und Krankenkasse. Die restlichen 10 % muss der Verein über Spenden finanzieren.


Infos
Spendenkonto:
Hospiz der Gezeiten e. V.
IBAN DE79 6209 0100 0340 1560 07
BIC GENODES1 VHN
Bank Volksbank Heilbronn


www.hospiz-der-gezeiten.de

Text und Fotos mut