Neujahrskonzert 2016

Stürmischer Applaus für Baden-Badener Philharmonie

Früh ausverkauft war dieses zur Tradition gewordene gemeinschaftsbildende Benefiz-Konzert zum Jahresbeginn 2016, veranstaltet im Kulturzentrum „Harres“ durch die Nussbaum Stiftung, deren Geschäftsführer Klaus Nussbaum eingangs verriet, dass es 2017 einen zweiten Durchlauf des Ereignisses in Bad Rappenau geben werde. Diesmal war die Bühnenrampe vom Blumenhaus Wedel mit Blümchen, aufgereiht wie Noten auf Notenlinien, ausgeschmückt.

Wenn man die Eindrücke, die das Baden-Badener Orchester hinterließ, zusammenfassend beschwören will, sind  als erstes “Die Rosen aus dem Süden“ von Johann Strauss zu nennen, die das Orchester zu Beginn des zweiten Teils mit unbeschreiblicher Zartfühligkeit überreichte – kein Wunder, dass das so gelang – der Komponist hat einst selbst mit diesem Orchester musiziert. Dessen schlanker und anpassungsfähiger Klangkörper war unter dem bewährten Dirigat von Pavel Baleff der ideale Partner für die Sopranistin Anna Werle vom Landestheater Detmold, die mit der berühmten Arie des Orlowsky aus der „Fledermaus“, der Irmentraut aus „Der Waffenschmied“, der Angelina aus „La Cenerentola“, der Arie der Rosina aus dem „Barbier von Sevilla“ und schließlich mit „Hör ich  Cymbalklänge“ aus „Zigeunerliebe“ mit ihrer faszinierenden Stimme und untheatralischen Ausgewogenheit wahre Begeisterungsstürme mit Bravos auslöste. Was das Orchester sonst noch an ungemein Fesselndem bot, war jeweils durch die muntere Conference von Arndt Joosten angekündigt. Er wusste  beispielsweise über den Komponisten Michail Glinka so Erstaunliches zu berichten, dass man dessen “Jota Aragonesa“, die den offiziellen Konzertabschluss bildete, mit Erstaunen und Hochachtung wahrnahm. Die Baden-Badener lieben Adolf Jensen und dessen Ballettmusik zur „Erbin von Montfort“ und setzten sie daher als eigenes Lokalkolorit an den Anfang des Abends. Sodann breiteten sie ein vielfältig angelegtes Stimmungsbild in der Ouvertüre der Oper „Das Nachtlager von Granada“ von Konradin Kreutzer aus. Wer knifflige Harmonien liebt, kam bei Alexander Arutjunjan und dem Konzert für Trompete As-Dur zu einem weiteren ausgiebigen Höhepunkt des Abends und voll auf seine Kosten. Der Solist Holger Bronner,Trompete, war dabei voll in seinem Element. - Man sieht, an Highlights wurde weiß Gott nicht gespart.

 

 

Begrüßung
Klaus Nussbaum, der zu Beginn das Publikum und die Ehrengäste aufs Herzlichste begrüßt hatte, lagen rückblickend und vorausschauend von der Planung her u.a. folgende Themen am Herzen: die Finanzierung der neuen 4-Farben-Druckmaschine der Firma Koenig & Bauer (Würzburg), die BürgerApp und die Erweiterung des Engagements in Bad Rappenau.
Angesichts einer in unruhige Bewegung geratenen Welt mit vielen Flüchtlingen erinnerte er an den Frieden, den wir seit 1945 genießen, und nannte die Vereinigten Staaten von Europa als sein Traumziel, das alsbald nach dem Zweiten Weltkrieg aufleuchtete.

Scheckübergabe
In Bezug auf die Aktivitäten der Nussbaum Stiftung erwähnte er das Benefizkonzert in Walldorf, die Erweiterung der Platzangebote bei der Lebenshilfe Wiesloch und der seit 150 Jahren existierenden Kindersolbad GmbH in Bad Rappenau. Zu deren Unterstützung überreichte er den jeweiligen Vertretern der Lebenshilfe bzw. des Solebads Schecks in Höhe von je 5000 Euro.
Die Genannten berichteten sodann in ihren Dankesworten über den geplanten Neubau des Oswald-Nussbaum Kinderhauses, einer inklusiven Kinderkrippe, und der Angebotserweiterung im Kindersolbad.  Anschließend konnte noch Frau Carmen Niebel vom Heidelberger Modehaus über ihre Aktivität beim Einwerben von Spenden berichten. Abschließend wünschte Klaus Nussbaum den Anwesenden ein gesegnetes und friedvolles Jahr 2016.

Musikalisches Programm
Weiter ging es  musikalisch nach den Vorgaben des sehr ansprechend gestalteten Programmhefts mit Jules Massenets „Castillane und Navarraise“. Dieser Stilwechsel in Richtung Spanien hatte wohl seinen Grund darin, dass die französischen Komponisten (und auch die Italiener), schließlich der Russe Glinka, das spanische Temperament mehr schätzten als das  englische.

Mit der iberischen Kost des 2. Teils kamen die weltgewandten Baden-Badener bestens an, ernteten erneut stürmischen Beifall mit Bravos und boten nach den Dankesworten von Klaus Nussbaum an alle am Erfolg beteiligten Personen und das Publikum als orchestrale Zugaben einen spanischen Marsch von Strauss und dessen  „Elyen Magyar“.

 

Neujahrskonzert 2017

Karten für das Neujahrskonzert vom 7. Januar 2017 um 18 Uhr im Harres in St. Leon-Rot mit der Philharmonie Baden-Baden sind ab sofort erhältlich.
Informationen zum Kartenvorverkauf für das Neujahrskonzert 2017 finden Sie hier >>